Ethnographie ist eine qualitative Forschungsmethode, die darauf abzielt, soziale Praktiken und kulturelle Phänomene aus der Perspektive der Teilnehmenden zu verstehen. Zentrale Methode ist die teilnehmende Beobachtung über einen längeren Zeitraum.
Ethnographie hat ihren Ursprung in der Anthropologie, wird aber heute in Soziologie, Pädagogik, Organisationsforschung und vielen anderen Disziplinen eingesetzt.
Der Forscher hält sich über längere Zeit im Feld auf, nimmt am Alltagsgeschehen teil und beobachtet gleichzeitig. Dabei muss die Balance zwischen Distanz und Teilnahme gefunden werden.
Detaillierte schriftliche Aufzeichnungen sind das Herzstück ethnographischer Forschung. Thick Description (Geertz) vs. Thin Description.
Der Zugang zum Feld erfordert oft Gatekeeper, die den Forscher einführen. Vertrauensaufbau ist entscheidend.
Der Forscher ist selbst Forschungsinstrument. Positionierung, Vorannahmen und Einfluss auf das Feld müssen reflektiert werden.
Ethnographie wirft besondere ethische Fragen auf: Informiertes Konsent in Communities, Anonymisierung bei kleinen Gruppen, Verantwortung gegenüber dem Feld. Die Reflexivität über die eigene Position ist zentral.