Retrospektive Studie für die medizinische Dissertation

Methodische Begleitung bei retrospektiven Datenanalysen – von der Planung bis zur Interpretation

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Was ist eine retrospektive Studie?

Eine retrospektive Studie analysiert Daten, die bereits in der Vergangenheit erhoben wurden – typischerweise Patientendaten aus Krankenhausinformationssystemen, Arztbriefen oder Registern. Im Unterschied zu prospektiven Studien wird keine neue Datenerhebung durchgeführt.

Vorteile: Kostengünstig, zeitsparend, große Fallzahlen möglich, keine Belastung von Patienten.

Limitationen: Datenqualität ist nicht kontrollierbar, Selektionsbias ist systematisch, kausale Aussagen sind begrenzt möglich.

Typische Herausforderungen

Selektionsbias und Datenlücken

Patienten in retrospektiven Datensätzen sind nicht repräsentativ. Daten sind unvollständig, weil sie nicht für Forschung erhoben wurden. Der Umgang mit Missing Data muss explizit geplant werden.

Ethikantrag und Datenschutz

Retrospektive Studien erfordern Ethikvoten. Datenschutz ist anspruchsvoll: Pseudonymisierung, Zugriffsrechte, Speicherdauer müssen geregelt werden.

Fallzahl und Power

Die tatsächlich verfügbaren Daten sind oft kleiner als erhofft. Eine nachträgliche Poweranalyse bei unzureichender Fallzahl ist methodisch nicht korrigierbar.

Wie Aniria Research unterstützt

Ablauf

  1. Erstkontakt: Vorhaben, Datenquellen, Forschungsfrage
  2. Ersteinschätzung: Machbarkeit, Fallzahlabschätzung
  3. Protokollentwicklung: Studienplan, Ethikantrag
  4. Datenmanagement: Extraktion, Bereinigung, Kodierung
  5. Analyse: Statistische Auswertung
  6. Interpretation: Ergebnisdarstellung unter Berücksichtigung der Limitationen

Häufige Fragen (FAQ)

Benötige ich ein Ethikvotum?
Ja, in der Regel schon. Die Anforderungen variieren zwischen Ethikkommissionen.
Kann ich kausale Aussagen treffen?
Nur begrenzt. Retrospektive Designs eignen sich primär für Assoziationsaussagen, nicht für Kausalität.

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