Methodische Begleitung bei retrospektiven Datenanalysen – von der Planung bis zur Interpretation
Jetzt anfragenEine retrospektive Studie analysiert Daten, die bereits in der Vergangenheit erhoben wurden – typischerweise Patientendaten aus Krankenhausinformationssystemen, Arztbriefen oder Registern. Im Unterschied zu prospektiven Studien wird keine neue Datenerhebung durchgeführt.
Vorteile: Kostengünstig, zeitsparend, große Fallzahlen möglich, keine Belastung von Patienten.
Limitationen: Datenqualität ist nicht kontrollierbar, Selektionsbias ist systematisch, kausale Aussagen sind begrenzt möglich.
Patienten in retrospektiven Datensätzen sind nicht repräsentativ. Daten sind unvollständig, weil sie nicht für Forschung erhoben wurden. Der Umgang mit Missing Data muss explizit geplant werden.
Retrospektive Studien erfordern Ethikvoten. Datenschutz ist anspruchsvoll: Pseudonymisierung, Zugriffsrechte, Speicherdauer müssen geregelt werden.
Die tatsächlich verfügbaren Daten sind oft kleiner als erhofft. Eine nachträgliche Poweranalyse bei unzureichender Fallzahl ist methodisch nicht korrigierbar.